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Rhodium

Das Wort Rhodium stammt aus dem lateinischen und steht für rosarot, da das sehr seltene Platinmetall häufig für rosarote Rhodiumverbindungen verwendet wird. In der Chemie trägt das Metall das Zeichen Rh. Neben Palladium und Ruthenium ist Rhodium eines der leichten Platinebenmetalle. Sein Aussehen ist dem Platin sehr ähnlich, denn auch Rhodium glänzt silberweiß, ist jedoch sehr korrosionsbeständig und ein sehr zähes Material.

Technische Fakten zu Rhodium

· Ordnungszahl: 45 (ein natürliches, stabiles Isotop)
· Relative Atommasse: 102,91
· Verbindungen: (1), (2), 3, (4), (6)
· Dichte: 12,41 g/ccm
· Schmelzpunkt: 1.966 °C
· Siedepunkt: 3.730 °C
· Mohs-Härte: 6 (weichgeglüht)
· Vickers-Härte: 120-300
· Linearer Wärmeausdehnungskoeffizient: 8,5

Wie andere Platinmetalle ist auch Rhodium in der Natur zu finden. Erst im Jahre 1803 entdeckte William Hyde Wollaston das Rhodium. Seither gilt es als eigenständiges Metall, wobei es sehr selten zu finden ist.

Man rhodiniert unedle Metalle mit Rhodium, um diesen Metallen eine Veredelung zukommen zu lassen. Warum man Rhodium dafür verwendet ist sehr einfach erklärt, denn Rhodium sieht aus wie Platin und lässt sich mit dem galvanischen Verfahren hervorragend auf unedle Metalle auftragen. Auch das erzeugen von optischen Spiegeln ist mit dem Verfahren des rhodinierens möglich.

Darüber hinaus wird Rhodium auch als eine Art Katalysator sowie für Legierungsmetall verwendet.

Rhodium im Schmuckbereich

Rhodium wird als Legierungsmetall für Palladium und Platin in der Herstellung von Schmuck verwendet. Beispielsweise dient die Legierung: Platin 'Pt/Rh 950' mit 5% Rhodium-Anteil, für Montagearbeiten, da dies eine sehr weiche Legierung ist.

Rhodium ist der Grundstoff der für das Rhodinieren von Schmuckstücken benötigt wird. Dabei werden Silberstücke, wie Ketten, Armbänder, einzelne Glieder, Ringe, Armbänder mit Gravurplatte, Collier, Trauringe oder Anhänger mittels dieser Technik vor unschönem Anlaufen geschützt. Zusätzlich wird ein silberweißer Glanz erreicht.

Rhodinierungen zeichnen sich besonders durch ihre Härte und ihre Abriebfestigkeit aus. Die Besonderheit jedoch ist, dass sich der Überzug aus Rhodium beim erhitzen mit sehr heißen Temperaturen blauschwarz verfärbt. Dies kann passieren, wenn Reparaturarbeiten am Schmuckstück durchgeführt werden müssen. Durch erneute Rhodinierung, kann dies jedoch behoben werden. Wird Weißgold oder Platin Rhodiniert, so dient dies meist zur optischen Aufhellung des Schmuckstückes.

Rhodinierungen haben eine Dicke von 0,2 bis 0,03 Tausendstel Millimetern, Der Grund hierfür ist, dass diese Schicht nicht dicker gewählt werden kann, da ansonsten Risse entstehen können. Silber und Gold können direkt mit Rhodium rhodiniert werden, bei unedlen Legierungen, wie es bei Messing oder auch Neusilber der Fall ist, muss zuvor eine Vernickelung stattfinden, bevor diese Stücke Rhodiniert werden können.

Damit Silber vor unschönem Anlaufen geschützt ist, wird mittels der Technik des Rhodinierens Rhodium aufgetragen. Damit erhält das Silber einen schönen Schimmer, wird robuster und härter und ist zugleich anlaufgeschützt. Auch Gegenstände, wie Kerzenständer oder Besteck aus Silber wird in der Regel rhodniert, um es vor Gebrauchsspuren zu schützen.

Bei Weißgoldlegierungen kann es neben dem gefürchteten Anlaufen auch zur Vergilbung kommen. Darüber hinaus kann ein gelblicher Stich oder Schlieren entstehen. Um dies zu vermeiden, wird sich häufig einer Rhodinierung bedient. Damit wird auch Weißgold gut geschützt. Häufig wird Schmuck aus Weißgold und Palladium jedoch nur rhodiniert, damit das Schmuckstück einen silbernen Glanz erhält.

Manche Schmuckhersteller rhodinieren auch nickelhaltigen Schmuck. Diese Methode ist jedoch in der Schmuckbranche sehr umstritten, denn mit der Rhodinerung von nickelhaltigem Material, soll erreicht werden, dass das Material den Hautbestimmungen genüge tut und diese erfüllt. Viele Menschen leiden unter einer Nickelallergie und müssen daher auf andere Metalle und Legierungen zurückgreifen, wenn sie Schmuck tragen möchten. Nickel lässt sich jedoch nicht zuverlässig durch eine Rhodinierung sperren, weswegen ein Goldschmied sicherlich kein Befürworter dieser Methode ist.

Die Haltbarkeit der Rhodinierung

Rhodium gilt allgemein hin als sehr hart, dennoch ist das Material nicht abriebfest. So können an Fingerringen, die nur sehr dünnschichtig rhodiniert wurden, bei hoher und dauerhafter Belastung Abriebe entstehen.

Technische Fakten zur Rhodinierung

Direkter Rhodinierung können Silber und Gold sowie deren Legierungen ausgesetzt werden. Weiterführende Metalle, andere Metallarten und Legierungen müssen meist zuvor verchromt werden. Die Beschichtung, welche mittels einer Rhodinierung erreicht wird, ist auch von der Verarbeitung, dem Auftrag und der vorangegangenen gründlichen Reinigung abhängig. Sind alle Schritte sehr sorgfältig ausgeführt, ist auch die Haltbarkeit entsprechend lange.
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